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Reisen und Urlaub zu Pfingsten mit Rosen und Ochsen



Pfingsten – was ist das für ein Fest? Mancher wird antworten: Mir egal – aber der Pfingstmontag ist frei! Pfingsten ist ein kirchliches Fest und hängt eng mit Ostern und Himmelfahrt zusammen, denn das folgende bezieht sich immer auf das vorhergehende Fest.

Das Datum ist von Jahr zu Jahr verschieden und hängt vom Mondzyklus ab. Das Fest der Auferstehung, Ostern, folgt dabei immer auf den ersten Frühjahrsvollmond. Himmelfahrt, heute als Herren- oder Vatertag begangen, ist dann genau 40 Tage später. Es ist der Tag, als Jesus als Sohn Gottes zu seinem Vater zurückkehrte, also gen Himmel fuhr. Von da an noch einmal 10 Tage später wird das Pfingstfest gefeiert.

An diesem Tag soll der Legende nach der Heilige Geist auf die Apostel und Jünger mit Brausen herab gekommen sein als sie sich versammelt hatten. Danach konnten die Jünger plötzlich in allen Sprachen sprechen und diese auch verstehen. In der Überlieferung wird diese plötzliche Verständigung als „Pfingstwunder“ bezeichnet. Seitdem gilt das Pfingstfest als der Geburtstag der Kirche.

Lange vorher strafte Gott die Menschen für den Turmbau zu Babel. Er verwirrte ihre Sprache, so dass sie sich nicht mehr verstehen konnten, als Strafe dafür, dass sie in reiner Selbstgefälligkeit und Selbstüberschätzung einen Turm bauen wollten, der bis in den Himmel reicht. Mit dem Pfingstwunder setzte er der „Babylonischen Sprachverwirrung“ ein Ende.

Zu Pfingsten werden alte Traditionen gepflegt

Im Laufe der Zeit entstand so mancher Volksbrauch und mischte sich in das religiöse Fest zu Pfingsten. Man kennt das Pfingstbaumpflanzen, die Pfingstrosen blühen zu dieser Zeit und werden oft zu kunstvollen Blumengebinden gesteckt, mancherorts sind sowohl im eigentlichen als auch im übertragenen Sinn die Pfingstochsen los. Pfingsten war der Zeitpunkt, an dem in vielen Gegenden das Vieh das erste Mal auf die Weide getrieben wurde. Das kräftigste Tier wurde festlich mit Blumen, Bändern, Glocken und Kränzen geschmückt und führte als Pfingstochse die Herde beim feierlichen Zug durch den Ort an. Die bekannte Redensart „Herausgeputzt wie ein Pfingstochse“ stammt von diesem Brauch.

Maien ausfahren zu PfingstenWeit verbreitet ist das Schlagen und Setzen der Pfingstmaien. Junge Bäume, vorrangig Birken, werden geschlagen und tags darauf ausgefahren, teils um böse Geister zu vertreiben, teils um Respektspersonen oder die Geliebte zu ehren. Vielerorts ist es üblich, allen Einwohnern eine Maie zu bringen, die Familien mit einem Tusch hochleben zu lassen und ihnen ein Ständchen zu bringen. Dazu ziehen die Pfingstburschen mit Kapelle motorisiert oder althergebracht mit Pferdewagen durch die Dörfer. Abends wird für Jung und Alt zum Tanz aufgespielt.

In Thaldorf bei Querfurt herrscht zum Pfingstfest der Ausnahmezustand, denn das Volksfest zum Knoblauchmittwoch ist einmalig in Deutschland. Von Freitag bis Pfingstmontag wird gefeiert und dann noch einmal richtig am Mittwoch – dem sogenannten Knoblauchmittwoch. Dann ziehen die Thaldorfer Steigraer Weinprinzessin Christin II. Pfingstburschen mit Pferdekutsche und Blasmusik zu den Unternehmern der Stadt Querfurt, um den Förderern des Brauchtums ein Ständchen zu bringen. Am Braunsbrunnen wird am Nachmittag bei einem großen Brunnenfest der neue Brunnenherr gekürt.

In der kleinen Weinbaugemeinde Steigra in der Nähe von Querfurt sind die Steierschen Pfingstburschen ebenfalls das ganze Wochenende unterwegs. Und weil sie gar nicht genug bekommen können, strahlt Pfingsten hier auch auf die folgenden Wochenenden aus, an denen natürlich auch ordentlich gefeiert wird: am Wochenende nach Pfingsten ist Kleinpfingsten, eine Woche später ist Spitzpfingsten und wiederum ein Woche darauf ist Altpfingsten. Das geht dann nahtlos in das Weinwochenende des Steigraer Winzervereins über. Beim Sommerweinfest am 28. und 29. Juni wird in diesem Jahr als Höhepunkt die neue Steigraer Weinprinzessin gekrönt – die amtierende Prinzessin Christin II. übergibt dann die Krone und die Weinherrschaft an ihre Nachfolgerin.

Pfingstbräuche - Dreckschweinfest in HergisdorfEiner der ältesten noch gepflegten Pfingstbräuche kommt aus dem Mansfelder Land. Beim „Dreckschweinfestin Hergisdorf suhlen sich gestandene Männer mit Inbrunst unter dem Johlen der Zuschauer in einer Schlammpfütze. Der Brauch symbolisiert den Sieg des Sommers über den Winter und reicht bis in vorchristliche Zeiten zurück. Im Kirchenbuch von Hergisdorf findet sich der älteste schriftliche Nachweis dazu aus dem Jahre 1620. Die „Dreckschweine“ sind dabei sonderbar verkleidete Pfingstburschen, die den Winter darstellen und sich immer wieder in das schon Tage vorher präparierte Schlammloch, die Suhle, stürzen. Von weiß gekleideten Läufern werden sie erst mit Hilfe langer Peitschen aus der Suhle und dann aus dem Wald getrieben – und damit hat die schöne Jahreszeit wieder gesiegt.

Aber auch eine Reihe inzwischen sehr beliebter Veranstaltungen, die auch eine längere Anreise wert sind, hat sich zu Pfingsten etabliert.

„Den schönsten Wein gibt es zu Pfingsten, am besten Du kommst her und trinkst ihn“ – unter diesem Motto laden die Winzer der Saale-Unstrut-Region Weinfreunde aus nah und fern ein. Am Sonnabend und Sonntag erstreckt sich hier die traditionelle Saale-Weinmeile von Bad Kösen über sechs Kilometer und vorbei an sieben Weingütern und 27 Hobbywinzern bis ins Weindorf Roßbach. Unterhalb derWave-Gotik-Treffen in Leipzig Weinberge kann man die edlen Tropfen verkosten, die mit regionalen Spezialitäten und viel Musik serviert werden.

Das Pfingstwochenende verwandelt Leipzig alljährlich in den Treffpunkt der Schwarzen Szene. Die Stadt wird dann zum Gastgeber des Wave-Gotik-Treffens, das in diesem Jahr bereits zum 23. Mal stattfindet und zu dem mehr als 240 Künstler und über 20.000 Besucher erwartet werden. Inhaber des Festival-Passes (99 Euro für vier Tage) erhalten teilweise freien Eintritt in Museen oder Rabatte auf Eintrittskarten.

Königlich und edel geht es im mondänen Bad Elster in Sachsen zu, wenn edle Pferde und historische Kutschen traditionell das Bild am Pfingstsonntag prägen. Um 10 Uhr werden etliche betagte Gespanne bei der 11. „Equipage Bad Elster“ vor dem Königlichen Kurhaus präsentiert, die anschließend durch die Stadt und die Wälder Bad Elsters rollen.

In Quedlinburg veranstaltet man am Pfingstwochenende den Kaiserfrühling. Man erinnert damit an die Reichsversammlung von Kaiser Otto I., der vor mehr als 1000 Jahren den Reichstag auf die Pfalz in Quedlinburg einlud.

In Hohenerxleben steht Pfingsten ganz im Zeichen der Kultur. An diesem Wochenende finden bereits die 18. Kulturtage im und am Schloss statt. Eine Premiere vom Ensemble Theatrum, ein Konzert der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie und der Samstagnachmittag im Zeichen der Kreativität für Klein und Groß mit Malen, Singen, Musizieren und Theaterspielen steht auf dem Programm.

Viele nutzen die freien Tage über das verlängerte Wochenende auch einfach nur für einen Kurztrip oder binden die Feiertage in einen längeren Urlaub ein. Egal ob zu Hause, mitten drin in den Pfingstbräuchen oder auf Reisen – wichtig ist nur, ein paar tolle Tage zu verleben und die Zeit bei hoffentlich herrlichem Wetter zu genießen.

 

Bildquelle:
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